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Bericht zur Toskana-Trainingswoche 2019 von Hans-Peter Bratschi


Nach einem längeren Unterbruch sollte unsere diesjährige Trainingswoche vom 27. April bis 4. Mai 2019 auf vielseitigen Wunsch wieder einmal in der Toskana stattfinden. Röbi Giacomelli fand als Jung-Pensionär die nötige Zeit für die Organisation und so fanden sich am Freitag-Abend, 26.04.2019, bereits ab 20 Uhr nach und nach zehn bestens gelaunte VCS’ler auf dem CCA-Parkplatz in Spreitenbach ein. In alphabetischer Reihenfolge waren dies: Christine und Hansjörg Baumann, Mateusz Bernady, Albert Blatter, meine Wenigkeit, unser Organisator Röbi Giacomelli, Rolf Hurter, Mike Matthews, Paul Rissi und last but not least Rolf von Burg.  
Auch der Gössi-Car stand schon frühzeitig bereit und nachdem wir unsere Sieben-Sachen ordentlich verstaut und auf Anweisung der sympathischen Bordhostess Jeanette unsere vorreservierten Plätze eingenommen hatten, setzte er sich – ebenfalls 5 Minuten vor der Zeit – in Bewegung. Im Rückspiegel sahen wir noch Heidi Bratschi, Ruth Giacomelli und Frau Bernady winken. Sie hatten ihre jeweils besseren Hälften bis zum Car begleitet und freuten sich nun wohl auf eine ruhige Woche ohne uns…
Im Verlaufe von vier Zwischenhalten füllte sich der Car nach und nach fast bis auf den letzten Platz. Die meisten von uns hatten sich schon schnell häuslich eingerichtet und sind nach einem Feierabendbier friedlich eingeschlafen. Da Hansjörg, Röbi und ich aber noch keinen Schlaf fanden, vertrieben wir uns die Zeit etwas im Bord-Bistro oder plauderten mit Jeanette. Spätestens nach dem letzten „Service-Halt“ in Nord-Italien, den wir nach einer problemlosen Gotthard-Tunnel-Passage kurz nach Mitternacht erreichten, tauchten aber auch wir ins Reich der Träume ab. Albert Blatter erwies sich dabei als äusserst angenehmer Sitznachbar, der sich während der ganzen Fahrt kaum bewegte…
Nach 11 Stunden Fahrt erreichten wir – etwas gerädert, aber voller Vorfreude - am Samstag-Vormittag bei schönem Wetter und angenehmen Temperaturen das Park Hotel Marinetta in Marina di Bibbona. Für einige von uns war es ein Wiedersehen, hatten wir doch schon in den Jahren 2010 und 2011 hier unsere Veloferien verbracht. Viel schien sich seither nicht verändert zu haben, ausser, dass uns diesmal ein richtig grosses Empfangskomitee, bestehend aus Ruth und Andy Haller, Ursi und Jacky Treier sowie Claire und Eric Stutz erwartete. Sie waren jeweils mit ihren Privat-PW’s angereist, hatten schon ihre erste Nacht unter südlichen Sternen genossen und waren – im Gegensatz zu uns - entsprechend frisch und gut ausgeruht.
Nach einer willkommenen Stärkung am Frühstücks-Buffet konnten die meisten dank den vorsorglich separat mitgeführten Velosachen nur rasch das Tenü wechseln und bereits anfangs Nachmittag den Prolog unter die Räder nehmen. Andy hatte als Einstimmung für uns eine Super-Tour über Castagneto Carducci, Bolgheri und Cecina ausgearbeitet, die „meine“ etwas schnelleren Mitfahrer in 50 Km und „seine“ etwas gemütlicheren Fahrer nach einer 40 Km-Runde wieder wohlbehalten ins Hotel zurückführte. Wobei „wohlbehalten“ unterstrichen werden muss! Der Zustand der Strassen war stellenweise äusserst fragwürdig und ich glaube, bis Ende der Woche konnte jeder von uns über sein ganz persönliches „Loch-Ausweich-Manöver-Abenteuer“ eine Geschichte erzählen… Nachdem wir unsere Zimmer bezogen, uns häuslich eingerichtet und uns mit den jeweiligen Zimmergenossen arrangiert hatten, fanden die meisten den Weg zum leider etwas abseits gelegenen Strand-Café, um sich den ersten „Gländer“-Drink zu gönnen. Nach dem ersten feinen Buffet-Znacht und einem Schlumi an der Hotel-Bar war dann aber ziemlich schnell allgemeines Lichterlöschen angesagt. Schliesslich hatte Andy noch einiges mit uns vor…
Am Sonntag-Morgen erwartete uns starke Bewölkung. Da auch die Temperaturen eher im unteren Bereich verharrten, verschoben wir unseren Tourenstart auf 10 Uhr 30. Dann aber nichts wie los auf die heutige 93 Km lange Tour! Bis zum Aufstieg nach Campiglia Marittima hatten wir bereits zahlreiche italienische Sonntagsfahrer überlebt, drei Rennen, die rund um Bibbona und Bolgheri stattfanden, umfahren, vereinzelte Garmin-Streckenabweichungen gemeistert und schliesslich den Sonntagsausflug eines Vespa-Clubs mit wahrscheinlich über 100 Teilnehmenden passieren lassen. Letztere waren ein wirklich fröhliches Völkchen, das uns mit viel Gehupe, Gejohle und Gewinke entgegenkam. Nach einem kurzen Fotohalt in Campiglia Marittima genossen wir eine rassige Abfahrt, garniert mit einem weiteren kleinen Garmin-U-Turn. Meine Hochachtung vor Andys Garmin-Kenntnissen stieg mit jedem Umweg weiter an…. Entweder beherrscht er das Navi wirklich bis ins Detail, oder dann lässt er sich nie etwas anmerken, wenn das Teil ihn in die Irre geführt hat… Nebst meinen kleinen Streckenänderungen sorgten aber auch meine Mitfahrer für Unterbrechungen. So klingelte mitten in einer schönen Abfahrt das Handy von Rolf vB und einer seiner Brüder erkundigte sich nach seinem Wohlbefinden und etwas später kam uns auch der Vespa-Club wieder mit viel Lärmen und Winken entgegen… Als wir den Aufstieg nach Populonia Alta bei kräftigem Gegenwind in Angriff nahmen, nutzte Paul unsere kurze Unaufmerksamkeit und startete einen Angriff, der aber sogleich von Rolf vB gekontert wurde. Mike und Mateusz ergriffen ebenfalls die Gelegenheit und folgten den beiden auf dem Fuss. Rolf vB liess aber mit einem starken Antritt alle stehen und entschwand meinen und Rolf H‘s Blicken, als wir den Flüchtlingen ihren Spass liessen und gemütlich in die Höhe radelten. Doch plötzlich tauchte Rolf vB wie aus dem Nichts aus einem Versteck am Strassenrand auf und begleitete uns lachend hinauf bis Populonia Alta, wo die beiden M’s schon auf uns warteten und die herrliche Aussicht bis zum Meer genossen. Die historische Festungsanlage wäre sicher einen vertieften Besuch wert gewesen, zumal die Sonne zwischenzeitlich von einem fast wolkenlosen Himmel schien. Aber nachdem das einzige offene Restaurant uns nur in Begleitung eines Essens etwas zu trinken verkaufen wollte, stiegen wir wieder auf unsere Räder und fuhren rassig ans Meer hinunter. Unterwegs kam uns Hansjörg Baumann entgegen, der als Stärkster der Andy-Gruppe den Populonia-Berg ebenfalls noch erklimmen wollte. Unten angekommen trafen wir dann in einem gemütlichen Ristorante auf Andy und seine Mitstreiter Jacky, Ursi, Albert, Röbi und Christine (Claire und Eric hatten schon etwas früher den Heimweg angetreten). Sie hatten die gleiche Strecke wie wir – allerdings ohne Umwege – abgefahren. Endlich konnten auch wir unseren Hunger und Durst mit Sandwiches, Kuchen, Gipfeli, frischen Erdbeeren (!) und ganz viel Caffè und Cola stillen. Nachdem Hansjörg von seinem Gipfel-Ausflug zurückkam, trat die Andy-Gruppe den 33 Km langen Heimweg nach Bibbona an und wir folgten ca. 10 – 15 Minuten später. Dass wir Andy erst kurz vor dem Ziel einholten, zeigt deutlich, wie rassig die angeblich „langsamere“ VCS-Gruppe unterwegs war… Beim anschliessenden, individuellen Erholungsprogramm, das je nach Gusto aus Bier, Pool oder Liegestuhl bestand, gesellte sich auch Ruth Haller wieder zu uns, die sich als einzige Nichtvelofahrerin ein Spezialprogramm zurechtgelegt hatte. Nach dem Abendessen und einem kurzen Bar-Besuch zogen sich alle in ihre Zimmer zurück, um ein paar Stunden erholsamen Schlaf zu geniessen. Fast alle, denn Jacky und Ursi wurden mitten in der Nacht von wummernden Bässen aus ihren Träumen gerissen. Dass sich ihr Zimmer ausgerechnet über dem Festsaal des Hotels befand, in dem bis in die frühen Morgenstunden eine ausschweifende Hochzeit gefeiert wurde, stellte sich als äusserst unangenehm heraus, zumal kein einziges anderes Zimmer mehr verfügbar war…
Auch meine wohlverdiente Nachtruhe wurde jäh unterbrochen, als Rolf H mitten in der Nacht das Badezimmer aufsuchen musste. Da ich nun schon mal wach war, prüfte ich auf unserem Mini-Balkon (höchstens 1,5 m2!) die aktuelle Wetterlage und stellte kräftige Regenwolken fest. Rolf meinte, dass er die am Tag vorher auch schon gesehen hatte und ich erwiderte, dass das andere Wolken gewesen sein müssten. „Natürlich sind das heute andere Wolken, denn die von gestern sind ja weg…“ war seine lakonische Antwort. Leider machten die Wolken an diesem Montag-Morgen keine Anstalten, sich zu verziehen und als wir beim Frühstück sassen, ergoss sich ein kräftiges Gewitter mit Blitz und Donner und sogar etwas Hagel über unseren Häuptern. Wir nutzten die Gelegenheit und verlängerten die Frühstücks-Sitzung mit etlichen zusätzlichen Cappucini und Caffè Latte und ausgiebigen Diskussionen über die verschiedenen Möglichkeiten für den weiteren Tagesverlauf. Da es für einen Ruhetag eigentlich noch zu früh war, trotzten neun ganz unentwegte Radler dem Wetter und brachen schliesslich um 11 Uhr 30 zu einer kurzen Tour auf, während die beiden Rolfs einen Spaziergang unternahmen und Mateusz und ich joggen gingen. So als kleine Trainingseinheit für einen Waffenlauf am kommenden Sonntag, kam mir das gerade recht… Auf unserer Jogging-Runde trafen wir zwei Typen, die uns irgendwie an die zwei Alten auf dem Balkon in der legendären Muppet-Show erinnerten… Nach einer erfrischenden Dusche bezogen wir unter den Regenschirmen an der Pool-Bar Stellung und genossen einen kleinen Apéro mit den beiden Rolfs, die sich zwischenzeitlich zu uns gesellt hatten. Dann konnten wir von unserem Logenplatz aus gemütlich zusehen, wie die ursprünglich als Gruppe gestarteten Velofahrer nun leicht durchnässt als kleineres Häufchen, als Einzelfahrer und wieder als Häufchen nach und nach im Hotel eintrafen. Leider hatte Albert an seinem E-Bike einen Platten zu beklagen, der dummerweise nicht geflickt werden konnte. Dank Ersatzluft aus der Patrone war er aber wenigstens noch in der Lage, aus eigener Kraft nach Hause zu fahren. Da das „Gländer“ wegen den immer noch ziemlich kühlen Temperaturen niemanden wirklich reizte, trafen wir uns erst wieder zum Znacht, wo wir unsere sehr individuellen Tages-Erlebnisse austauschten.
Am Dienstag zeigte sich erfreulicherweise wieder die Sonne. Einzelne VCS’ler machten zu Fuss oder mit dem Taxi einen Ausflug nach Cecina an den Markt und „meine“ Velo-Truppe startete um 10 Uhr 30 zu einer weiteren, von Andy mit viel Sorgfalt ausgetüftelten, 73 Km langen Ausfahrt. Zunächst radelten wir im weitesten Sinn dem Meer entlang über Cecina nach Vada, von wo wir über Rosignano ins Hinterland abbogen. Über Pomaia, Castellina Marittima und Riparbella ging es dann in einem grossen, ziemlich coupierten Bogen zurück nach Bibbona. Die vergleichsweise geringe Streckenlänge soll dabei nicht darüber hinwegtäuschen, dass Andy in seinen Touren immer mal wieder einen happigen Höger „eingebaut“ hatte, der auch Berggeissen wie Paul einiges abverlangte… Wieder zurück im Hotel zog es die meisten VCS’ler an die Bar am Meer, wo allerdings ein ziemlich kräftiger und vor allem frischer Wind wehte. Rolf H und ich zogen deshalb die etwas geschütztere Pool-Bar vor, von wo wir Mike und Mateusz beim Schwimmtraining zusehen konnten: Mateusz lehrte und Mike lernte – und zwar mit beachtlichem Erfolg! Bis zum Ende der Woche sollte Mike seinen Schwimmstil so deutlich verbessern, dass er glatt an einem Wettkampf hätte teilnehmen können – und nicht einmal letzter geworden wäre! Auch an diesem Abend gönnten wir uns nach dem wirklich üppigen Buffet-Znacht ein kleines Verdauerli oder einen Espresso con Crappa oder con Ramazzotti oder con was auch immer an der Hotel-Bar. So könnte es ewig weitergehen!
Wie üblich eröffneten wir den Mittwoch am Frühstücksbuffet (als hätte es am Abend zuvor nicht genug zu essen gegeben…), bevor wir eine weitere Tour aus Andys reichem Fundus in Angriff nahmen. Er hatte wirklich hervorragende Vorarbeit geleistet! Ich brauchte nur eine Tour auszusuchen, unser Technik-Freak Jacky lud sie auf mein Garmin und los ging’s. Zur Feier des heutigen 1. Mai hatte sich Rolf vB in sein Maglia Rosa geworfen. Mit einem solch‘ starken Fahrer in unserer Gruppe machten wir uns auf eine rassige Tour gefasst, weshalb wir der Andy-Gruppe sicherheitshalber eine halbe Stunde Vorsprung gaben. Ziemlich überraschend holten wir Andy aber bereits nach 22 Km ein. Hatten wir vielleicht einmal mehr irgendeinen Umweg ausgelassen? Nein! Er sass mit seinen Schäfchen einfach schon beim ersten Kaffeehalt… Wir mochten Andys Team diese Genuss-Pause von Herzen gönnen, zogen aber dann doch weiter über die sogenannte Traumstrasse der Toskana, die uns über das (natürlich!) auf einem Hügel gelegene Sassetta via Suvereto und Campiglia Marittima vorbei an Riotorto bis zur Piombino führte. Nach ca. 44 Km Fahrt beklagte sich Mateusz über Hungergefühle und wünschte nachdrücklich einen Essens-Stop. Da auch ich einem kleinen Espresso (vor allem dem echt italienischen) nie abgeneigt bin, sicherte ich sofort einen Halt bei nächster Gelegenheit zu. Wir setzten unsere Fahrt fort, Kilometer um Kilometer, mal mit, mal gegen den Wind, aber immer auf der Suche nach einem Caffè oder Ristorante oder … Wir waren wirklich nicht wählerisch, aber es kam einfach keine Gaststätte in Sicht! Einmal übernahm Paul die Führung und kurz darauf zeigte sich auch das Maglia Rosa bzw. Rolf vB in Front. Und siehe da! Kauf hatte Rolf vB die Führung übernommen, gab’s einen scharfen Halt und nach über 60 Km, gerade noch rechtzeitig bevor Mateusz entkräftet vom Rad fiel, machten wir endlich ein Restaurant ausfindig. Wir genossen die verdiente Pause, verpflegten uns ausgiebig und dachten dabei an die Andy-Gruppe, die etwas schlauer war als wir und beizeiten eingekehrt war… 
Bestens gestärkt machten wir uns schliesslich auf bekannten Wegen auf den Heimweg zurück nach Bibbona. Wir waren kaum 10 Km gefahren, als es von hinten „Halt!“ tönte. Anscheinend hatte Paul etwas verloren, allerdings blieb seine Suche trotz der Hilfe von Rolf H erfolglos. Nachdem Paul nichts an seinem Superrenner vermisste, gingen wir davon aus, dass er einer Fata Morgana aufgesessen war und fuhren weiter. Doch schon bald kam der nächste „Halt!“-Ruf von hinten. Dem hinter Paul herfahrenden Rolf H war aufgefallen, dass Paul ungewöhnlich schräg auf seinem Sattel sass. Und auch da erkannten wir übrigen, was Paul zuvor verloren hatte: ein Teil der Sattelstreben an seinem beinahe nigelnagelneuen Renner war abgebrochen und lag jetzt irgendwo in einem toskanischen Strassengraben, während Paul überlegte, ob er mit diesem Defekt überhaupt noch weiterfahren könne. Wegen des 1.-Mai-Feiertags gingen wir davon aus, dass sowieso kein Velogeschäft offen hat und so beschlossen wir, alle zusammen gemütlich nach Hause zu fahren. Wir unternahmen sogar noch einen kleinen Umweg zu einem wunderbar blühenden Kaktus, bevor wir nach 104 und trotz allem wunderschönen Kilometern unser Ziel erreichten. Und damit sogar Pauls Wunsch nach einem „Hunderter“ erfüllt hatten. Sehr zufrieden mit Ihrer Leistung zogen meine Mitstreiter an ihre bevorzugten Ruheplätze, um sich die wohlverdiente Erholung zu gönnen. So gestärkt trafen wir uns dann wie üblich am Abendessen-Buffet mit der Andy-Truppe und berichteten einander von unseren Erlebnissen.
Der Donnerstag kündigte sich mit schönem, etwas wolkigem Wetter an – ideal für eine weitere, längere Velotour. Heute standen Casale Marittimo und Monteverdi Marittimo auf dem Programm und dazwischen das sehr malerisch auf einem Hügel (wer hätte das gedacht!) gelegene Sassa. Andy war mit seinen Fahrern schon etwas früher aufgebrochen und wir nahmen zügig die Verfolgung auf. Auf der endlich einmal nahezu schlaglochfreien Strasse mit einer perfekten Steigung kamen wir hervorragend voran – oder lag das schon am deutlich verbesserten Trainingsstand? Am Abzweig nach Sassa angekommen, empfing uns die Andy-Gruppe mit einer tollen Olà-Welle und schickte uns gleich weiter zum 6 Km langen Aufstieg hinauf nach Sassa, den wir in Rekordzeit erklommen. Oben angekommen genossen wir die wirklich herrliche Aussicht. Leider blieb Mikes Suche nach einem Ristorante (einmal mehr) erfolglos, sodass wir rechtsumkehrt machten und die gleiche Strasse wieder hinunterflitzten. Unten hatte die Andy-Gruppe bereits in einem schmucken Café Stellung bezogen und wir freuten uns über die Pause und die von Hansjörg offerierte Tranksame. Gut gestärkt traten wir anschliessend den doch noch etwas längeren, durch eine schöne Landschaft führenden Heimweg über Monteverdi Marittimo an. Auf vielseitigen Wunsch (diesmal war nicht mein Garmin schuld) bogen wir kurz vor dem Ziel nach Bolgheri (in Rolf vB’s Worten: „Bulgarien“) ab, gönnten uns in einem der malerischen Cafés noch einen Espresso und bewältigten den Rest des Heimwegs via die Zypressenallee nach Bibbona in veritablem Renntempo.
Für unseren letzten „Velo-Tag“ am Freitag, hatten wir Tourenleiter ursprünglich eine gemeinsame Ausfahrt mit Gruppen-Foto-Halt unterwegs geplant. Doch leider wurde das Wetter mit leichtem Regen zur Frühstückszeit einmal mehr zum Spielverderber… Einige VCS’ler, die ihr Velofahr-Soll wohl schon mehr als erfüllt hatten, konnten sich nicht mehr für eine Ausfahrt begeistern und zogen es vor, den Wetterkapriolen in der Nähe des Hotels zu trotzen. Aber ein paar Unentwegte schwangen sich trotzdem auf ihre Drahtesel und eroberten in zwei Gruppen ein letztes Mal das malerische, toskanische Hinterland. Unter der Leitung von Claire radelte die erste Gruppe nach „Bulgarien“ Bolgheri und ich schloss mich zusammen mit Paul und Mateusz der von Hansjörg geführten Mini-Speedgruppe an, um noch einmal in flottem Tempo die schon beinahe lieb gewonnenen Hügel zu erklimmen. Fast 40 Km und mehr als 400 Höhenmeter kamen da nochmals zusammen. Zurück an der Pool-Bar im Hotel trafen wir dann auf unsere heutigen „Nichtfahrer“ und nach und nach fanden sich auch alle übrigen VCS’ler ein. Als letzten Apéro unter südlicher Sonne offerierte Jacky allen Mortadella mit Brot – ein sehr schmackhaftes und wirklich passendes Abschieds-Essen! 
Der bereits vertraute, abendliche Absacker an der Hotelbar geriet dann zum eigentlichen Abschieds-Trunk. Die mit dem eigenen PW angereisten Paare wollten anderntags beizeiten aufbrechen und verabschiedeten sich eines nach dem anderen von uns. Das war eine gute Gelegenheit, die letzte Woche noch einmal Revue passieren zu lassen: Exakt 435 Km standen am Schluss auf meinem Tacho. Einige brachten es auf mehr Kilometer, andere auf weniger. Aber was schlussendlich zählte, war, dass alle auf ihre Rechnung kamen und kein Unfall und nur ein geringer Materialschaden zu beklagen waren. An dieser Stelle danke ich ganz herzlich – und sicher auch im Namen aller Teilnehmenden – Andy Haller für seine wie gewohnt souveräne Tourenleitung und vor allem für die sorgfältige, einfach perfekte Ausarbeitung von sage und schreibe 41 möglichen Ausfahrten rund um Bibbona. Wir konnten in dieser Woche leider nur einen Bruchteil davon wirklich abfahren, aber dafür haben wir nun eine wertvolle Reserve, falls unsere Trainingswoche im kommenden Jahr wieder hier stattfinden sollte… Danke Andy für alles! 
Ein weiteres herzliches Dankeschön geht an Jacky für seine wertvolle technische Unterstützung bei meinen anfänglichen Garmin-Problemen und seine ansteckend gute Laune, die sogar die eine oder andere Regenwolke vertrieb. Und last but not least: Tausend Dank an Röbi Giacomelli für die Organisation unserer Velowoche und an alle Mitreisenden für Ihr aktives Mitmachen, die gute Stimmung und die tolle Kameradschaft!
Am Samstag, 4. Mai, hiess es dann auch für uns Car-Fahrer leider endgültig Abschied nehmen. Nach einem letzten stärkenden Frühstück holte uns der Gössi-Car mit einer leichten Verspätung vor dem Hotel ab. Bei schönstem Frühlingswetter verabschiedeten wir uns von der Toskana und liessen uns auf einer kurzweiligen Fahrt und ohne Stau Richtung Heimat chauffieren. Den zweiten Stop in Bellinzona konnten wir noch im T-Shirt geniessen, aber nach dem Gotthard wurden wir von starkem Schneegestöber und einem krassen Temperatursturz überrascht. Wir waren von der vergangenen Woche ja schon einiges an Wetterkapriolen gewohnt, aber dass uns bei unserer wohlbehaltenen Ankunft um 20 Uhr am CCA Spreitenbach ein schneebedeckter Heitersberg erwartete, war doch eher ungewöhnlich… 
Nichtsdestotrotz: Für die kommenden, hoffentlich sonnigen und angenehm warmen Ausflüge mit dem VCS sind wir nun bestens gerüstet. Nochmals Danke an alle, die diese Woche zu einem Erlebnis machten! Und ausserdem ein riesiges Merci für den überraschenden Gutschein – ich freue mich schon darauf, ihn mit Andy und unseren Damen zu verschnabulieren..!
Gruss, Hans-Peter Bratschi